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‚Der wilde Kerl in mir‘

Worst Practice Training Für Querdenker mit Spaß an öffnenden Provokationen

Spätestens seit Watzlawick wissen wir, dass wir die best practice von Verhalten auch definieren und trainieren können, indem wir die lebhafte Erfahrung des Gegenteils davon erproben: die worst practice. Eine klassische paradoxe Intervention, die maximalen Lernerfolg verspricht. 

Den Titel Der wilde Kerl in mir habe ich einem Kinderbuchtitel entlehnt, das inzwischen Generationen von Kindern begeistert hat – Wo die wilden Kerle wohnen. Auch dies nicht ohne Grund: Von der Transaktionsanalyse wissen wir, dass unser Auftritts-Repertoire jederzeit fünf unterschiedliche ICH-Formen zur Verfügung stellt: Das rationale Erwachsenen-Ich, das auf Erfahrung fußende Eltern-Ich mit seinen zulassenden und strafenden Varianten, sowie das rein emotionale, aufgrund mangelnder Erfahrung überwiegend nach Reiz-Reaktionsschema agierende Kinder-Ich, das uns, je nach Situation, entweder angepasst oder rebellisch gerät – eben der wilde Kerl in uns.

Kluge Kommunikatoren nutzen das TA-Modell als strategisches Kommunikationstool, da es ihnen erlaubt, einer wie auch immer gearteten Ich-Form des Kommunikationspartners bewusst begegnen – oder auch entgegentreten zu können.

Spannend wird es, wenn wir unser rebellisches Kinder-Ich und das strafende Erwachsenen-Ich nicht im Griff haben, bzw., wenn es keine Instanzen (mehr) gibt, die sich gestatten (können/dürfen), ihm entschieden entgegenzutreten. Dann wird strafen (Eltern-Ich) und, sagen wir es mal ganz krass, ausrasten, zum sanktionierten Verhaltensmuster. Und weil uns niemand entgegentritt, verfallen wir dem Irrtum, man nehme uns ernst. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Man lacht über uns – hinter dem Rücken oder ganz offen – eine Frage der Machtverhältnisse.

In die strafend/rebellisch-Falle können wir alle geraten – und uns glücklich schätzen, wenn jemand den Mut hat, uns über ehrliches Verhaltensfeedback herauszuholen. Tappen Führungskräfte in diese Falle, berauben sie sich automatisch vieler positiver Facetten möglichen Führungsverhaltens. Das rebellische Kind als FK kann z.B., um ein paar Begriffe zu nennen, nicht (mehr): Motivieren, partizipieren lassen, die Mitarbeiter coachen, echte Verantwortung übergeben, Kreativität und selbständiges innovatives Denken zulassen, Entscheidungen übertragen, Konflikte moderieren, lösungsorientiertes Feedback geben, Vertrauen aufbauen, etc.pp. Weshalb? Ganz einfach: Weil am Ende niemand einem rebellischen Kind über den Weg traut!

Im Worst Practice Training dürfen Sie, ob Sie Führungskraft sind oder in Ihrem Unternehmen ‘nur’ an anderen Stellen sitzen, die viel erfolgsorientierte Kommunikation bedürfen, alles das tun, was Sie sonst nicht tun sollten: Ein wilder Schreihals sein, ein jähzorniger Kerl sein, die Sau rauslassen, Ihrer verbalen Aggro freien Lauf lassen – um sich nach einer gesunden Austob-Phase schließlich in positiven, konstruktiven, sowie ziel- und lösungsorientierten Kommunikations-/Führungstechniken zu üben, die echten Erfolg versprechen. In best practices.

Was Sie dafür mitbringen müssen: Den Willen zu ehrlicher Selbstreflexion – und, jawohl, auch das, die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können.

 Sie sind interessiert, in Ihrem Unternehmen ein Worst Practice Training anzubieten? Dann rufen Sie mich bitte einfach an! Mit herzlichen Grüßen! Ihr Kuno Windisch!

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